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Irland – wo sich Hummer wohl fühlen

10 Februar 2010 39,380 views

Wenn etwas schon perfekt ist, kann man es durch noch mehr Gutes nicht verbessern. Der europäische Hummer, Homarus gammarus, ist perfekt. Sein weißes Fleisch ist strukturiert und trotzdem zart, mit leichter Süße und voller Saftigkeit. So saftig wie die grünen Wiesen von Irland, die sich uns beim Anflug des internationalen Flughafens von Dublin wie kolorierte grüne Teppiche zur Schau stellen. Die Republik Irland ist grün, weiß und orange. Grün steht für das Keltisch-Katholische, Weiß für den Frieden und die Gleichheit zwischen den Religionen, und Orange für das Protestantische. Das soll zumindest die irische Flagge symbolisieren.

Das Land von James Joyce und U2 ist mit etwas über 70.000 km_ und knapp 4 Millionen Einwohnern etwas kleiner als der nordamerikanische Bundesstaat Maine, einer der Hauptliefergebiete von Hummer. Die Autofahrt einmal quer über die Insel von Dublin an die Atlantische Küste nach Galway dauert etwas über drei Stunden. Trotz oder gerade nicht vorhandener Autobahn und löchriger Landstrassen lohnt sich die Fahrt allemal. Die kleinen Dörfer wirken wie Freilichtmuseen. Die Pubs am Wegrand sehen aus wie von einer idealisierten Postkarte abgemalt. Selbst gebrauter Whiskey aus dem umliegenden Torfwasser und das überall verfügbare dunkle Guinness liegen als olfaktorische Sirenen in der Luft. Außerhalb der Dörfer und kleinen Städte sind die leuchtend grünen Flächen von pittoresken Steinmauern durchzogen, die die unendlich vielen Schafe und Rinder von einander trennen.

Das Land der 1000 Regenbögen überrascht immer wieder durch sein wechselhaftes, aber mildes Klima. Die saubere und klare Luft ist auch für die von Malern und Fotografen gerühmten Lichtverhältnisse verantwortlich. Im besonderen Glanz steht der kleine Ort New Quay, der seine eigene dramatische Geschichte hat. 1755 löste das Erdbeben von Lissabon einen Tsunami aus. Die Afrikanische Platte schob sich unter die Europäische, wodurch ein Seebeben entstand. Riesenwellen traten auf und brachen über die Westküste von Irland. Solche Monsterwellen können bis zu 30 Meter hoch werden. Wie hoch die von 1755 war, ist nicht bekannt, nur was sie angerichtet hat. Die Wassermassen brachen mehrere hundert Meter ins Landesinnere ein, nahmen beim Zurückfließen ein gutes Stück Land mit und verwandelten den Küstenabschnitt in eine Halbinsel. Auf der Festlandseite entstand danach das neue Dorf namens New Quay. Wie im Dualismus des Weltgeschehens so üblich brachte auch dieser Nachteil einen Vorteil mit sich. In der Bucht suchen seitdem zahlreiche Meerestiere schützenden Unterschlupf. Der Golfstrom sorgt zudem für eine milde Wassertemperatur. Dies alles hat zur Folge, dass sich der europäische Hummer qualitativ besser entwickelt als sein amerikanischer Cousin auf der anderen Seite des Atlantiks. Diesen Vorteil weiß auch Gerry O’Halloran für sich zu nutzen. Er ist der Besitzer von der Ocean West Ltd., einer der besten Lieferanten von Hummer und Meeresfrüchten in Europa…

27 Seiten
ca 2.500 Wörter
4 Hummerrezepte von Spitzenköchen
Text: Tibor Borbély
Photos: Bruno Hausch
Preis: 1,19 Euro

Irland – wo sich Hummer wohl fühlen
Hummer aus Irland mit 4 Rezepten
Preis: €1.19

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2 Comments »

  • Tibor Borbély – Strategie & Text Profitmarketing, Foodautor » Blog Archiv » Bernard Antony – er redet über Käse wie andere über Frauen oder Autos said:

    [...] Als wir endlich die Rue de la Montagne finden, fahren wir zunächst an dem Bauernhaus mit der Nummer 17 vorbei. So klein und unscheinbar sieht es aus, dass wir uns zunächst nicht vorstellen können, hier richtig zu sein. Als wir dann davor stehen, sehen wir das Holzschild über dem unprätentiösen Eingang: Sundgauer Käs-Kaller. Doch, hier sind wir richtig. Oder ist dies nur die Verwaltung? Eine Außenstelle? (Weiterlesen auf xiiboo publishing) [...]

  • Gerda und Horst Strecker said:

    Sehr geehrte Herren Antony,

    liebe Freunde aus dem Elsass,

    leider haben wir uns während dieser Plaza Culinaria in Freiburg sehr wenig gesehen und fanden auch keine Zeit für Gespräche und ein gutes Glas Wein zusammen zu trinken.

    Gerda und ich möchten uns auf diesem sehr herzlich für den Käse den Sie für uns am Stand abgegeben haben bedanken. Wir werden ihn heute Abend genießen und auch die Ruhe nach diesen hektischen Tagen und Stunden auf der Messe.

    Wir finden es schön, dass sich dies so gut entwickelt und freuen uns auf ein Weidersehen spätestens im nächsten Jahr aber vielleicht schaffen wir es auch einmal im Elsass vorbeizuschauen.

    Nochmals vielen Dank und bis dann

    au revoir

    Herzliche Grüße aus Freiburg.

    Gerda und Horst Strecker

    STRECKER’s Weine

    GH Strecker GmbH

    In den Kirchenmatten 50 b

    D 79110 Freiburg

    Tel. +49 761 81001, Fax +49 761 806341

    Email: strecker@streckergmbh.de, http://www.streckers-weine.de

    HRB 1427 AG Freiburg, Geschäftsführer Horst Strecker

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